Was tun bei Milchstau?

12 Jul, 2019

Ein Milchstau liegt, wie der Name schon vermuten lässt, vor, wenn sich die Muttermilch in der Brust oder in Teilarealen davon staut. Es kommt in der betroffenen Brust zu Schmerzen und Schwellungen, da die Milch nicht vollständig abfließt und sich in den Milchgängen sammelt. Schwerpunktmäßig tritt er in der dritten oder vierten Woche nach der Geburt auf, kann aber während der gesamten Stillzeit vorkommen. Der Milchstau kann, wenn er nicht behandelt wird, zu einer Brustentzündung (Mastitis) führen. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, den Milchstau frühzeitig zu bemerken und zu handeln. Aber woran erkennt man eigentlich einen Milchstau?


Wie erkenne ich einen Milchstau?

Zu den häufigsten Milchstau Symptomen zählen:


Milchstau Symptome

♡ Unangenehmes Spannen

♡ Rötungen

♡ Brust wird spürbar wärmer

♡ Schwellungen

♡ Tastbare Knötchen in der Brust

♡ Schmerzen in der Brust

Erkennst Du Deine Beschwerden in den Milchstau Symptomen hier wieder? Dann hast Du mit großer Wahrscheinlichkeit einen Milchstau. Aber keine Angst, mit einigen nützlichen Tipps kannst Du die Schmerzen lindern und dafür sorgen, dass sich die Milchproduktion wieder einspielt!


Was solltest Du bei einem Milchstau tun?

Ruhe und Entspannung

Viele Mütter und Hebammen berichten, dass ein Milchstau häufig dann auftritt, wenn die Stillende erhöhtem äußeren Stress ausgesetzt ist. Egal, ob es sich um einen Streit mit dem Partner oder um zu viel Besuch oder Hausarbeit handelt – Stress scheint beim Milchstau eine große Rolle zu spielen. Also: scheue Dich nicht davor, Deinem Lebensgefährten einige Aufgaben mehr abzugeben, wenn Du Dich in den Symptomen wiedererkennst. Ebenfalls wichtig: gemütliche Kleidung, die Dich beim Stillen nicht einschränkt – vermeide insbesondere zu kleine BHs. Oder, wenn es für Dich angenehmer ist, lass den BH einfach weg!


Brust entleeren

Damit es zu keiner Entzündung kommt und die Brust entlastet wird, muss die gestaute Milch abgelassen werden. Die Regel Nummer eins beim Milchstau ist also, dass die Brust entleert werden muss. Das kann auf dreierlei Art geschehen:

Stillen

Bei einem Milchstau solltest Du Dein Baby so oft wie möglich anlegen, damit die gestaute Milch abfließen kann. Bevor Du stillst, empfiehlt es sich nun, durch Wärme den Milchfluss anzuregen, z. B. mit einem Kirschkernkissen oder einem warmen Bad. Die Milchgänge weiten sich dadurch und das Stillen wird für Dich angenehmer. Beim Stillen solltest Du Dein Kind so anlegen, dass es mit seinem Kinn zur Verhärtung positioniert ist. Dies unterstützt das natürliche Ausmassieren. Das Stillen kann hierbei anfangs durchaus schmerzhaft sein, sobald sich der Stau jedoch gelöst hat, wird es schnell besser! Achte beim Stillen generell darauf, dass Du die Stillposition regelmäßig änderst, damit keine Reste zurückbleiben und so das Risiko des Milchstaus sinkt.

Abpumpen und Ausstreichen

Wenn Du nach dem Stillen merkst, dass Deine Brust noch nicht leer, aber Dein Kind satt ist, kann Ausstreichen der Brust dabei helfen, die Milch abfließen zu lassen. Hierzu massierst Du die Brust sanft (insbesondere die verhärteten Stellen) in Richtung der Brustwarze – am besten funktioniert das unter einer warmen Dusche! Alternativ kannst Du Deine Brust auch unter Zuhilfenahme einer Milchpumpe entleeren. Ob Du also beim Milchstau abpumpen oder ausstreichen möchtest, ist Deine Entscheidung – beide Methoden eignen sich gleichermaßen. Der Vorteil beim Abpumpen ist allerdings, dass Du die Milch anschließend zum Aufbewahren in den Kühlschrank stellen und bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt verwenden kannst – sie geht also nicht verloren.

Brust kühlen

Nachdem Deine Brust entleert ist solltest Du diese kühlen. Dadurch kannst Du Deine Schmerzen ein wenig Lindern und die Schwellungen und Spannungen verringern. Ebenfalls sorgt das Kühlen dafür, dass nicht direkt neue Muttermilch produziert wird und sich aufstaut. Darüber hinaus ist die Kälte sehr angenehm und eine Wohltat für die gereizte Brust.


Milchstau abpumpen

Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Wenn Du alle Tipps einhältst, die wir Dir hier in diesem Artikel präsentiert haben, sollten sich die Schmerzen und Schwellungen binnen einiger Stunden bessern. Wenn die Verhärtung nach 24-48 Stunden weiter anhält sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden. Auch, wenn Symptome wie Schüttelfrost, Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten, ist das ein Warnsignal. Hier liegt womöglich eine Brustentzündung vor. Diese wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. (Keine Sorge – diese Antibiotika sind stillverträglich!)

Wir hoffen, Du konntest aus diesem Artikel etwas mitnehmen und weißt nun, wie Du Dich bei einem Milchstau verhalten kannst, damit die Schmerzen erträglicher sind und bald verschwinden!

Liebste Grüße
Dein Schnullerketten-Liebe Team ♥